Sonntag, 10. August 2008

Virtuelles Lagerfeuer im Hinterzimmer

Lena und Franzi pflegen ein Ritual. Jeden Sonntag 20.15 Uhr schauen sie in wohnzimmerlicher Atmosphäre den „Tatort“. Allerdings sitzen sie nicht zu Hause, sondern im „Besser Leben“, einer kleinen Wohnzimmer-Bar im Südwesten Leipzigs.

In der Holbeinstraße 2 gehen sonntags 20.15 Uhr die Lichter im hinteren Raum aus und die Gäste verstummen. Alle Handys scheinen ausgeschaltet, niemand raschelt oder schwatzt und einen überbackenen Toast sollte man vielleicht nicht unbedingt jetzt bestellen. Auch wenn er nur 1,80 kostet. Obwohl sich der Mord zum Sonntag vom Tresen aus noch akustisch verfolgen lässt, werden die späteren Gäste ein kleinwenig ungeduldig bedient.

Das „Besser Leben“ hat täglich von 19 bis 22 Uhr geöffnet. Da auch die Wirte sonntags nicht auf den „Tatort“ verzichten möchten, hängt an diesen Abenden eine Leinwand im hinteren Zimmer. Nur wenige der 15 bis 20 Gäste rauchen gelegentlich. Für Lena und Franzi, die keinen Fernseher besitzen, gehören Ausgehen und der „Tatort“ zum Ende eines anständigen Wochenendes. Vorher kochen und essen sie gemeinsam. Wem das zu sehr der Abendbeschäftigung seiner Eltern gleicht, geht zehn Minuten bis zum „Noch Besser Leben“, der dazugehörigen Veranstaltungskneipe in der Merseburgerstraße 25.

Kommentare:

iroïd hat gesagt…

Senātus Populusque Rōmānus das tag an der wand ist lustig

unipublish hat gesagt…

oder steht das doch eher für Sono Pazzi Questi Romani?

iroïd hat gesagt…

klar spinnen die römer! :)