Freitag, 1. August 2008

Alles im Wunderland



Der Zaun zerschlägt Scheinwerfer und Kühlergrill, dann schießt der Wagen über die Felskante in den Abgrund. Das Unglück ereignet sich in einem kleinen Ferienort in der Schweiz. Ein paar Meter weiter rechts in Norddeutschland springt gleichzeitig ein Junge in einem Freibad vom Zehnmeterturm – weder er noch das Auto werden unten ankommen.

In der Straße Kehrwieder 2 in der Hamburger Speicherstadt hat die Wirklichkeit ihre eigenen Gesetze. Ein Tag dauert gerade mal 15 Minuten. Der Besucher schreitet durch die Landschaft wie ein Riese durch Liliput. Im Miniatur Wunderland ist die Welt um den Faktor 87 geschrumpft. Es sind vor allem die Details, die kleinen Geschichten und kuriosen Szenen, die einen Besuch so lohnenswert machen. Wie bei einem Wimmel-Bild von Ali Mitgutsch wandert der Blick vom im Sonnenblumenfeld versteckten Liebespaar über die tatsächlich blitzende Radarfalle bis zu Supermann, der den in der Schweiz verunglückten Wagen vor der Schlucht bewahrt.

Wer eine Reise in die Wunderwelt plant, sollte allerdings außerhalb der Stoßzeiten kommen. Sonst läuft er Gefahr die meiste Zeit seines Aufenthaltes – der leicht über drei Stunden dauern kann – im überfüllten Warteraum zu verbringen.

http://www.miniatur-wunderland.de/

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