Sonntag, 27. Juli 2008

ZWENKATORIA

Mal was anderes? Sand und Krater statt laute Stadt? Kein Problem in Leipzig: der Mond ist im Süden.



Heute ist es heiß, extrem heiß. Die Sonne kennt kein Mitleid. Trotzdem: Mein Rad und ich, Handtuch auf dem Kopf und Wasser im Rucksack - auf nach Zwenkatoria! Der Tagebau am Ende der Welt - oder besser das Ende der Welt? Weder noch: eine ganz eigene Welt, eine Mondwelt.

Braun-schwarze Hänge, rote Wasserlachen und dunkelblaue Tümpel. Hier ist einiges anders. Ehemals wichtige Rohre und Kabel erzählen von damals, als hier die Kohle wohnte.
Die Fläche ist riesig. Beunruhigend groß. Vor allem zu Fuß erscheint das Areal kaum erschließbar. Ein Fahrrad mit griffigen Reifen und ausreichender Übersetzung hilft enorm beim Erklimmen der Abraumhalden.

Einzigartige Landschaft und eigenartige Natur - ein vergängliches Erlebnis: wird das alles doch bald am Seegrund liegen.

Die Reise in die Vergangenheit ist verwirrend. Rohre pumpen rostblutiges Wasser aus den Erdwunden. Die Narben im Boden werden planiert. Schön wirds werden. Es ist schon schön; etwas morbide zwar aber sehr besonders.

Neben Industrieromantikern haben hier aber auch Hobbyarchäologen viel zu entdecken. Hier werden ganze Zeitalter umsortiert. Eigene Regeln für Raum und Zeit. Vergangenheit und Zukunft sind auf mystische Art verbunden. Vielleicht habe ich am Anfang der Reise hier meine eigenen Spuren gesehen... wer weiß?

Kommentare:

gmgraph hat gesagt…

Tolle Bilder! Ich kann Dir morgen noch welche von 2007 mitbringen, die haben allerdings mehr dokumentarischen Charakter.

iroïd hat gesagt…

der nachfrage wegen: zwenkatoria deswegen: riddick, crematoria.